Schlittschuhe

Meine ersten Schlittschuhe habe ich im Kaufhaus erstanden. Damals wußte ich nur, dass es Eishockey- und andere, "normale" Schlittschuhe gibt. Der Verkäufer wußte wohl noch weniger, denn er verkaufte mir Schuhe ohne jede Stabilität und - wie sich später herausstellte - ganz ohne Schliff. Das ist in etwa so als wenn man mit Kufenschoner auf Eis geht. Um Euch solches Mißgeschick zu ersparen, haben wir im Folgenden einige Tipps zusammengestellt.

von links nach rechts:
Eishockey-, Eiskunstlauf-,
Softboots und Hartschalenschuhe

Der Schuh muß passen
Wichtig für das Erlernen des Eislaufens ist die Wahl geeigneter Schlittschuhe. Entscheidend ist, daß der Fuß einen guten Halt findet, was unabhängig von der Art der Schlittschuhe ist. Man muß absolut senkrecht auf den Kufen stehen, ohne nach innen und außen zu kippen. Dazu müssen die Schlittschuhe auch richtig gebunden werden. Zu enge Schuhe führen zu kalten Füßen und Schmerzen, zu weite geben nicht den nötigen Halt. Eiskunstlaufstiefel dürfen weder zu groß noch zu klein sein. Der Hinweis "der Schuh läuft sich noch ein" zeugt eher von Ignoranz denn von Sachverstand. Mit Schuhen die drücken oder scheuern verliert man bald jede Lust am Schlittschuhlaufen.

Wer braucht welche Schuhe?
Wer Schuhe für die Kinder sucht, sollte sich evt. nach guten gebrauchten Schuhen umschauen. Kinder wachsen schnell aus den Schuhen heraus und es ist relativ kostspielig jedes Jahr neue Schuhe kaufen zu müssen. Auch ein Kind muß senkrecht auf den Kufen stehen, ohne nach innen und außen zu kippen. Mit billigen Schuhen, welche wenig Stabilität geben, setzen Sie nicht nur die Freude am Schlittschuhlaufen aufs Spiel sondern evt. auch die Gesundheit. Als Anfänger ist man mit Softboots meist gut bedient, denn diese lassen sich individuell schnüren. Hartschalenschuhe mit weichem Innenschuh werden mit Hilfe von Schnallen an den Fuß angepaßt, allerdings werden solche Schuhe kaum noch gefertigt - sind daher in der Regel als Auslaufmodelle billig zu haben. Sobald man sich einigermaßen gut auf dem Eis bewegen kann, merkt man aber schnell, dass billige Schuhe nicht das Richtige sind.

Für Jungs ist die Sache ohnehin klar: "nur Eishockey-Schuhe sind geil". Hockey-Schuhe gibt es mit kurzem und mit langem Schaft und mit unterschiedlicher Polsterung. Für Eishockeyschuhe gibt es verschiedene Kufentypen, obwohl die Kufenform immer gleich ist, aber dies ist hier nicht unser Thema. Um einen festen Sitz zu erhalten, ohne dass bei zu fester Schnürung die Blutzirkulation blockiert wird, kann man bei machen Schuhen das Zwischenfutter mit Luft aufpumpen. Bei anderen Modellen ist das Futter im Schaftbereich mit einem thermoelastischen Kunststoffgel gefüllt, welche sich bei Erwärmung dem Fuß anpasst. Je nach Viskosität des Gels wird für eine optimale Anpassung u.U. ein Ofen (Thermoflex-Box) benötigt. Am besten läßt man sich von einem Fachmann beraten.

Der ambitionierte Nicht-Eishockey-Spieler muß sich entscheiden: Eislauf, Eiskunstlauf oder Eistanz. Eiskunstlaufstiefel sind in der Regel sehr steif und müssen - sollen Sie nicht drücken - von einem Spezialisten angepaßt werden. Kaufen Sie solche Schuhe nicht per Katalog oder gar im Kaufhaus! Eiskunstlaufschuhe sind immer aus Leder gefertigt und sind innen zusätzlich mit Kunststoff verstärkt. Solche Schuhe sind knüppelhart. Der Kunststoff muss auf ca. 70 – 80 ºC erwärmt werden damit er verformbar wird. Zum Anpassen der Form benötigt man außerdem Spezialwerkzeug (Bild rechts: Apparatur der Fa. Wintersteiger, AU).

Nachfolgend geben wir einige Adressen bekannt, wo man nicht nur Schuhe kaufen kann, sondern diese auch angepaßt bekommt. Wir wollen keine Schleichwerbung betreiben, sondern Euch nur vor möglichen Reinfällen bewahren.

Vera Lederbach
Roll- und Eissportartikel
Seckacher-Str. 81
68259 Mannheim
Anfahrtsroute
telefonisch anmelden:
0621-707081

Heinz Weber
Eis- und Rollsport
Eduard-Steinle-Str. 6
70619 Stuttgart

Telefon: 0711-4797175
Fax: 0711-4799675

Wer nur Eistanzen will kann einen weicheren Stiefel wählen, allerdings keine Kaufhausschuhe weil die meist schon nach wenigen Wochen wie Gummigamaschen aussehen und dem Sprunggelenk keinerlei Halt mehr geben. Die Regel lautet daher: besser zur hart als zu weich, aber es darf eben nicht drücken. Gute Eiskunstlaufschuhe gibt es z.B. von Graf, Risport oder Wifa. Jackson bietet Eiislaufschuhe mit beweglicher Gelenkstütze an. Hockey-Schuhe gibts von Bauer, Graf, Nike, CCM und anderen.

Schuhe mit und ohne Kufe
Kaufhausschuhe werden immer als "Komplet" verkauft, d.h. Schuh inklusive Kufe. Auch Eishockeyschuhe kann man - wegen der besonderen Bauart - nur mit Kufe erwerben. Qualitäts-Eiskunstlaufstiefel hingegen kann man jedoch nur nackt kaufen, man muß sich die passende Kufe selbst aussuchen. Da 90% aller verkauften Eiskunstlaufschuhe an weibliche Kundschaft geht, wurden angeblich früher die Schuhe nur in Weiß produziert - Herrenschuhe mußten umgespritzt werden. Ein Unding, denn damit hätten Damen und Herrenschuhe denselben Leisten, was aber erklären würde warum Schuhe früher meistens nicht gepaßt haben. Heute fertigen alle namhaften Hersteller nach Damen- und Herrenleisten, außerdem gibt es Sondergrößen. Also laßt Euch nichts "vom Pferd" erzählen!

Wissenswertes über Kufen