Kufenarten
Die Kufenform von Eishockey- und Eiskunstlaufschlittschuhe ist total verschieden, nicht nur wegen der fehlenden
Zacken bei den Hockeykufen. Viel entscheidender ist die Form und der Schliff der Kufen. Während Eishockeykufen
eine symmetrische Kurvenform haben, sind Eiskunstlaufkufen im vorderen Drittel stärker gekrümmt und laufen
nach Hinten flach aus; außerdem sind Eiskunstlaufkufen breiter als Eishockeykufen. Wären die Kufen ganz
gerade, könnte man nur schnurgeradeaus laufen wie mit Eisschnelllaufkufen. Der Eiskunstläufer bzw.
Eistänzer möchten jedoch auf der Stelle drehen und benötigt daher eine kleinere Auflagefläche
am Drehpunkt. Eishockeyspieler hingegen müssen schnell beschleunigen und bremsen und benötigen daher
eine scharfe symetrische Kufe, welche sich aber weder vorn noch hinten im Eis verhaken darf und daher rund
ausläuft. Eishockeykufen sind die "Ganzjahresreifen" auf dem Eis. Einen sauberen Dreier zu laufen ist aber
mit Eiskunstlaufkufen viel einfacher als mit Eishockeykufen (siehe auch Menüpunkt Figuren). Geradeaus laufen
kann man auf Eiskunstlaufkufen nur wenn man sich auf den hinteren Teil der Kufe stellt. Die Zacken benötigt
man nur für Zwischenschritte auf den Zehenspitzen und zum Einhaken bei Sprüngen. Die Zacken zum Bremsen
oder Anschieben zu benutzen ist verpönt, man kann sich aber gut damit abfangen falls man einmal ins Trudeln
gerät.
Erschreckt nicht, gute Kufen für Eiskunstlaiufstiefel kosten meist soviel wie die Schuhe selbst. Der Preis
wird durch die Qualität des Stahls bestimmt. Gute Kufen sind handgeschmiedet und viel härter als
gestanzte Kufen. Wählt man einen härteren Stahl spart man einen Teil der Preisdifferenz mit der Zeit
beim Nachschleifen wieder ein. Wer also nur gelegentlich fährt kommt mit einer billigeren Kufe sicher auch
gut zurecht. Qualitätskufen gibt es bei Mitchel & King (MK),
Wilson und andere. Verstellbare Kufen werden von
Jackson angeboten. Die Länge der Kufe richtet sich
nach der Schuhgröße und der geforderten Wendigkeit. In der Regel sind kurze Kufen wendiger, sind aber
unstabiler beim Geradeauslauf. Kufen für den Eisschnellauf sind extrem lang im Vergleich zu einer Eistanzkufe
(siehe unten).
Es gibt jedoch weitere wichtige Details. Vorallem ist hier der Hohlschliffradius (engl. Radius
of Hollow = ROH) zu nennen. Der ROH beschreibt die Tiefe des Hohlschliffs. Eishockey-Kufen haben meist einen
relativ tiefen Schliff bei schmaler Kufenbreite. Eiskunstlaufkufen sind in der Regel breiter als Eishockeykufen
und haben einen schwächeren Hohlschliff. Warum wohl? Eishockeykufen müssen sich bei schnellen
Richtungswechseln fest ins Eis krallen, daher verursachen Läufer auf Eishockeykufen meist kratzende
Geräusche, was wiederum die Eiskunstläufer erschaudern läßt. Bei Eiskunstläufern sind
weiche, gleitende Bewegungen und Rotationen gefragt und dies gelingt besser mit einem flacheren Hohlschliff.
Bei Profikufen ist der Hohlschliff auch nicht über die gesamte Länge gleich, sondern ist flacher im
vorderen, stärker gekrümmten Teil und wird tiefer auf dem hinteren flachen Kufenabschnitt. Es gibt auch
Kufen, welche in der Mitte schmäler sind im vorderen oder hinteren Kufenabschnitte (parabolische Kufen).
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Gleitverhalten der Kufen
Das Schleifen der Kufen ist eine Wissenschaft für sich. Man mag meinen, je schärfer die Kufe geschliffen
ist desto leichter läuft die Kufe am Eis. Letzteres ist jedoch nur bedingt richtig. Nicht die scharfe Kante
erlaubt das Gleiten sondern der Wasserfilm zwischen Kufe und Eis, welcher dadurch entsteht, dass unter dem Druck
der Kufe eingelagertes Wasser aus den Zwischenräumen der Eiskristalle herausgequetscht wird, bei hohem Druck schmilzt
auch etwas Eis. Auf dem Wasserfilm gleitet die Kufe, daher hängt das Gleitverhalten vorallem von der Temperatur
des Eises ab. Am besten gleitet man auf Eis von ca. -4 ºC. Ist das Eis kälter und damit härter nimmt
das Gleitverhalten wieder ab, weil der Wasserfilm dünner wird. Alle Kufen, sowohl die Eishockey als auch die
Eiskunstlaufkufen, weisen einen Hohlschliff auf. Der Hohlschliff ist zum einem notwendig damit der Wasserfilm nicht
weggepresst wird, d.h. hier ist Aquaplaning erwünscht, und zum anderen um die Kufe zu führen. Mit scharfen
Kufen läuft man wie auf Schienen. Anfänger haben dann Probleme eine Kurve zu fahren oder im Pflug zu bremsen.
Dies vorallem dann, wenn man nicht sauber auf den Kanten fährt. Fährt man jedoch sauber auf einer Kante wird
durch die Krümmung der Kufe eine Kurve eingeleitet, welche solange in diese Richtung zieht bis man wieder
senkrecht steht oder auf die andere Kante wechselt. Dieser Vorgang entspricht dem Bogenfahren mit Carving-Ski.
Eine scharfe Kufe schneidet tiefer in das Eis ein und führt bei starkem Kanten zu einem abrupten Richtungswechsel.
Bis dies gut klappt muß man natürlich etwas üben. Um die Kufen zu schützen, sollte man stets
Kunststoffschoner auf die Kufen stecken wenn man das Eis verläßt. Daß Laufen auf dem Zementbogen
den Schliff ruiniert und damit das Eislaufen unmöglich macht, sollten die Erwachsene den Kinden vermitteln
bevor es zu spät ist.
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Kufenlänge
Die Kufenlänge muss in einem bestimmten Verhältnis zur Schuhgrösse stehen.
Schuhgrösse (deutsch) |
Kufe in Zoll |
28 - 30 |
7 |
31 - 32 |
7 ½ |
33 |
8 |
34 |
8 ½ |
35 - 36 |
9 |
37 - 39 |
9 ½ |
40 - 41 |
10 |
42 - 43 |
10 ½ |
44 - 45 |
11 |
46 - 48 |
11 ½ |
Kufenmontage
Das Montieren der Kufe verlangt Geduld, ein gutes Auge und auch etwas handwerkliches Geschicklichkeit.
Die Montage sollte wie folgt vorgenommen werden:
1. Mittellinie des Schlittschuhs bestimmen
Wenn man sich den Schuh von unten ansieht, kann man mit Hilfe des Lineals eine Mittellinie vom Absatz zur
Fußspitze ziehen. Die Mittellinie hängt weder von der vorderen Mittelnaht noch vom Hinterriemen ab,
sondern wie man den Fuß belastet. Neigt man dazu mit den Füssen über die Außenkanten zu
kippen (o-beinig), so kann man an der Spitze die Mittellinie um 1 bis 2 mm nach Außen verlegen bzw. nach
Innen wenn man x-beinig läuft.

2. Kufe auf die Sohle
nun hält man die Kufe so auf die Sohle, daß die vordere und die hintere Markierung verbunden sind. Die Kufe
ist so auszurichten, daß sie vorne mit der Sohle bündig abschließt. Dann markiert man die
Bohrlöcher. Man bohrt zunächst nur zwei Löcher (je nach verwendeter Schraube mit einer
Bohrergröße von 1 bis 1.5 mm) an den Schlitzmarkierungen, am Absatz benutzen man lange, vorne kurze
Schrauben (die Schrauben liegen in der Regel den Kufen bei). Das Arbeiten in der Diagonalen ermöglicht eine
bessere Druck- und Zugverteilung und vermeidet eine mögliche Verspannung der Kufe. Die Schrauben nur so stark
anziehen, daß die Kufe gerade fixiert ist. Jetzt dreht man den Schuh um, und stelt ihn auf einer ebenen
Fläche auf die Kufe. Steht der Schuh nicht im Lot, verschiebt man die Kufe solange, bis er nicht mehr umfällt.
3. Fixieren der Kufen
Je nach persönlicher Erfordernis muss die Kufe jetzt mit den restlichen Schrauben fixiert werden. Evt. kann
mit der Minimalfixierung ein Test auf dem Eis getätigt werden. Das Festziehen der Schrauben soll langsam und
graduell erfolgen, abwechselnd vorn und hinten. Dies erlaubt die Streckung der Sohle. Lederschuhe haben eine
natürliche Sohlenkurve. Wenn der Schuh auf die Kufe gestellt wird ergibt sich vorne ein Zwischenraum
zwischen der Sohle und der Kufe. Würde die Kufe zuerst nur am Absatz fest verschraubt, würde das
Verschrauben vorn außerordentliche Kräfte erfordern ( und umgekehrt ). Dies könnte die Kufe
verziehen und den Schuh beschädigen. Deshalb muß das Festziehen der Schrauben abwechselnd hinten
und vorn, sowie links und rechts erfolgen. Auf diese Weise bleibt auch die horizontale Position der Kufe
unverändert und der Stand erhalten.
Schleifmaschinen
Wenn man sich die Unterschiede der Kufenarten klarmacht, ist leicht verständlich weshalb man für
unterschiedliche Kufen verschiedene Schleifmaschinen braucht. Schleift man eine breite Profi-Eiskunstlaufkufe
auf einer Schleifmaschine, welche für Eishockeykufen ausgerüstet ist, wird die Kufe unbrauchbar.
Genau so wenig Sinn macht es Eishockey-Kufen mit einer Schleifscheibe mit großem Hohlschliffradius platt
zu machen. Für Profi-Eiskunstlaufkufen benötigt man auf jeden Fall eine NC-gesteuerte Schleifmaschine,
welche die Krümmung der Kufe beibehält. Auf normalen Schleifmaschinen wird die Krümmung mit der
Zeit zunehmend flacher weil die Zacken nicht mit abgeschliffen werden können, damit verändert sich
Curving und Dreheigenschaft der Kufe. Parabolische Kufen sind besonders schwierig mit Maschinen zu schleifen,
weil der ROH der Kufe im vorderen/hinteren und mittleren Teil verschieden ist.
Nachschleifen/Polieren
Das Schleifen von Eiskunstlaufkufen sollte man einem Fachmann überlassen. Allerdings ist das Schleifen nicht
gerade billig, zwischen 10 und 20 € muß man schon rechnen. Im Polarion ist das Kufenschleifen wesentlich
günstiger (derzeit nur 5 €), allerdings ist die Schleifmaschine - aus den oben genannten Gründen -
nicht zum Schleifen von breiten Profikufen geeignet. Nach dem Schleifen sind die Kufen scharf, d.h. man kann sich
damit in die Finger schneiden. Die Schärfe kann auch nur aufgrund des scharfen Grats entstehen, deshalb muss
die Kufe noch längst nicht gut auf dem Eis laufen. Erst durch das Polieren (nach dem Schleifen) wird die Kufe
schnell.
Für den Schliff zwischendurch lohnt es sich auf jeden Fall eine Handschleifmaschine
anzuschaffen (ca. 30 €). Mit etwas Übung, dazu gehört Fingerspitzengefühl und vorallem Ausdauer,
kann man den nächsten Maschinenschliff hinausschieben. Der Durchmesser des Schleifzylinders muss dem ROH
entsprechen. Die Schleifzylinder kann man selbst herstellen, dazu klebt man Metallschleifpapier
(Silicium-Carbidpapier Korn 100) mit doppelseitigen Klebeband
auf einen weichen PVC-Schlauch oder Pappzylinder aus mehreren Lagen eines gewickelten und verklebten (80-100 g/qm)
Papiertubus. Die Steifigkeit des selbst hergestellten Zylinders muß dem der käuflichen Schleifzylinder
entsprechen. Auf keinen Fall einen harten, unelastischen Kern verwenden ! Die Handschleifmaschine ist auch sehr
gut zum Polieren geeigent, allerdings muss man dazu einen Zylinder mit einem sehr feinem Naßschleifpapier einlegen.
| Handschleifapparatur: |
Schleifzylinder |
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Schleiftermine der Poli-Freunde siehe Forum bzw. Eventkalender
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