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Laufen lernen
Aller Anfang ist schwer. Dieser Satz gilt auch für das Gleiten auf Kufen. "Laufen"
wäre aber der falsche Ausdruck, denn Laufen bedeutet, dass man mit der Ferse aufsetzt und anschließend
den Fuß über die Fußsohle und die Ballen abrollt. Bei Kindern kann man häufig beobachten, dass
sie versuchen auf dem Eis zu "laufen". Dieser Laufstil ist aber zum Scheitern verurteilt. Es macht auch
keinen Sinn sich von jemand übers Eis ziehen zu lassen und ist nur verlorne Zeit. Vielmehr ist es wichtig
und richtig die Balance zu üben. Die schnellste und beste Weg ist einen Crashkurs bei einem Eislaufverein oder
der VHS zu absolvieren, denn man spart Zeit und sich jede Menge Frustration. Wem diese Möglichkeit fehlt sollte den
folgenden Weg einschlagen.
1. Selbstvertrauen
Jeder Mensch kann von Hause aus schwimmen, er muß nur selbst davon überzeugt sein. Ähnlich ist
es mit dem Eislaufen, im Prinzip kann es jeder wenn man die Angst überwindet. Man stellt sich zunächst
nahe an die Bande oder bittet einen Freund sich gegenüberzustellen. Nun macht man kleine Seitschritte nach
links und rechts ohne sich festzuhalten. Festhalten ist nur erlaubt wenn man auszurutschen droht. Man soll bei
dieser Übung nicht auf die Füsse sehen, sondern der Blick muß geradeaus gehen. Wer die Kufen
nicht sauber mittig aufsetzt wird feststellen, dass er nach vorne oder hinten wegrutscht. Wenn das Seitwärtslaufen
einigermaßen klappt, versuchen wir vorwärts und rückwärts zu rutschen ohne die Füsse
vom Eis zu nehmen. Stellt euch vor ihr hättet Filzlatschen an und schlurft über das Parkett. Ihr werdet
feststellen, dass sich der Körper genau in die andere Richtung bewegt als ihr vorhabt (actio = reactio), weil es auf dem Eis
keine Reibung gibt. Sich auf dem Eis vorwärts zu bewegen gelingt nur, wenn man die Kufe mutig aufs
Eis setzt und dann etwas gleiten läßt. Den anderen Fuß kann man hinterherziehen um das
Gleichgewicht zu halten. Die Überwindung besteht darin, jetzt den zweiten Fuss gleiten zu lassen und den
anderen hinterher zu ziehen. Versucht dies so lange wie möglich durchzuhalten bevor ihr nach Halt sucht. Keine
hastigen Bewegungen machen, langsam und bedächtig den Fuß aufsetzen und stets auf das Gleichgewicht
achten. Gelegentlich hört man den Spruch: "Eislaufen ist einfach, man muss immer nur das Gleichgewicht
behalten" , also nicht verzagen!
2. Auch Fallen will gelernt sein
Jeder Eislaufkurs für Anfänger beinhaltet auch Fallübungen. Letzteres ist für viele eine große Überwindung, daher ist es psychologisch hilfreich Protektoren anzulegen (siehe Kapitel Sicherheit). Wenn man aber einmal
weiß, dass Fallen in der Bewegung viel ungefährlicher ist als man meint, verliert sich die Angst vor
einem Sturz. Anfänger fallen meist um wie ein Stück Holz. Das tut weh! Wer dazu die Arme hebt,
kann leicht auf den Hinterkopf fallen. Gegen einen drohenden Sturz sollte man daher nicht
ankämpfen, sondern sich einfach fallen lassen wenn man merkt, dass irgend etwas schief läuft.
Damit die Fallhöhe niedrig wird, sollte man - sofern noch möglich - in die Hocke gehen. Beim Fallen, insbesondere beim Rückwärtsfallen, nicht versuchen den Fall mit den Händen abzustützen (Bruchgefahr für Finger oder Handgelenk), besser klein machen und auf den Hintern fallen lassen!
3. Gleiten üben
Immer wieder sieht man Anfänger wie sie Runde um Runde über das Eis stolpern und immer wieder dabei hinfallen. Schade um die Zeit die man damit vergeudet.
Investiert Eure Zeit auf dem Eis lieber dazu Gleitbewegungen zu üben. Eine ganz einfache Übung hierfür
ist "Eierlaufen". Dazu stellt ihr Euch mit beiden Füssen auf das Eis, geht in die Knie und öffnet
langsam beide Beine. Hubs, es geht mach vorn, der Körper verharrt aber in seiner Position und schon liegt man am
Hintern. Um nicht nach hinten zu fallen, muss man den Oberkörper weit nach vorne beugen. Die Kraft holt man aus
den "Knien". Übt das erst vorwärts und dann rückwärts.
4. Slalom fahren
Wenn das Eierlaufen klappt, könnt ihr versuchen mit beiden Füssen auf einem Bogen zu gleiten. Dazu verlagert man
das Gewicht abwechselnd von links nach rechts damit eine Slalomkurve entsteht. Beginnt zunächst mit kleinen
Bögen und versucht später immer größere Bögen zu machen ohne einen Fuß vom Eis zu nehmen.
5. Laufschritte üben
Wenn man alle obigen Übungen einigermaßen sicher beherrscht - erst dann - , soll man beginnen
Laufschritte zu üben. Laufschritte sind längere Gleitbewegungen auf jeweils einer Kufe (50 - 100 cm)
bevor man den anderen Fuß auf das Eis setzt. Sobald der andere Fuß aufgesetzt wird, muß der erste
vom Eis gehoben werden, d.h. man läuft immer nur auf einem Bein (auf dem Eis ergibt sich ein Fischgrätenmuster).
6. Auf einem Bein laufen
Die Laufschritte werden jetzt immer länger (2, 3, 5 m). Damit man nicht sofort wieder auf das andere Bein kippt,
muß man das Bein, welches in der Luft hängt, hinter dem anderen halten.
Seid Ihr fit um einfache Eislauffiguren zu üben?
Der Eisläufer - Gedicht
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