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Historisches
Die ersten "richtigen" Schlittschuhe konstruierten um 1300 die Holländer.
Es waren nicht mehr als Holzsohlen mit eingelassener Eisenschiene, die sie mit Kreuzriemen am normalen Schuh befestigten.
Um 1500 begann der Siegeszug des Holzschlittschuhs von Holland ausgehend über England in
ganz Europa. Ursprünglich nutzte die einfache Bevölkerung das Eislaufen zur Fortbewegungen, doch schon im 18.
Jahrhundert war es ein beliebtes Freizeitvergnügen in adligen Kreisen. Selbst die großen, deutschen Dichter
Lessing, Goethe und Kloppstock fanden Mitte des 18. Jahrhunderts großen Gefallen am Eislaufen und sorgten mit ihren
Gedichten für eine Verbreitung des Eislaufens. Im Jahre 1742 gründete sich in Edinburgh der erste
überlieferte Eislaufverein der Welt. Zur Aufnahme musste eine Prüfung abgelegt werden. Der Kandidat sollte in
der Lage sein, sowohl auf dem rechten wie auch auf dem linken Bein einen geschlossenen Kreis zu laufen und über drei
aufeinandergestellte Hüte zu springen (Man kann spekulieren, ob diese Prüfung heute jeder Besucher bestehen
würde). Europaweit gründeten sich im Verlauf des 19. Jahrhunderts viele Eislaufvereine, zahlreiche Wettkämpfe
im Eisschnelllauf fanden statt. Eislaufen wird damit zum erklärten Volkssport. Die Konstruktion des „holländischen
Schlittschuhs“ wird Mitte des 19. Jahrhunderts durch den sog. Halifax abgelöst. Bei diesem Schlittschuh wurde die
Stahlschiene durch Druck auf einen Hebel mittels Backen einfach an der Schuhsohle montiert. Die ersten Weltmeisterschaften
im Eiskunstlauf fanden 1896 in St. Petersburg statt. Im 20. Jahrhundert etabliert sich der Eislauf mit seinen verschiedenen
Disziplinen (Eiskunstlauf, Eishockey) als Wettkampfart.
Früher sagte man manchmal: "Holländer werden auf Schlittschuhen geboren". In keinem
anderen Land der Welt ist das Eislaufen so sehr Volkssport wie im Land der Windmühlen und Grachten. Nicht mit der
Geburt, aber nur wenige Jahre danach werden die Kinder auf Schlittschuhe gestellt: erst auf "Doorloper", die
ans Schuhwerk gebunden werden, später auf "Noren", das sind die erstmals industriell hergestellten
Eisschnelllaufschlittschuhe, mit denen man aufs Eis geht. Die großen Schlittschuhfabrikanten (Viking in
Amsterdam/Weesp, Zandstra in Joure und Raps in Almelo) verkauften in einem guten (sprich: eiskalten Winter) leicht
einige hunderttausend Paare.
Die Schutzpatronin der Eisläufer
Die Eisläufer haben auch eine eigene Schutzpatronin, die Heilige Liedwi. Die aus dem 15.
Jahrhundert überlieferte Geschichte berichtet, dass die damals 15-jährige Holländerin namens Liedwi im
Jahr 1395 beim Schlittschuhlaufen so heftig mit einem anderen Läufer zusammenstieß, dass sie
sich mehrere Rippen brach und beinahe ihren schweren inneren Verletzungen erlag. Nach der Genesung ging sie in ein
Kloster und widmete sich bis zu ihrem Tod 1443 dem religiösen Leben. Auf Grund des überwundenen Unfalls
wurde sie zur Schutzheiligen der Eisläufer.
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