Die im Folgenden beschriebenen Haltungen und Figuren sind Grundelemente beim "Eiskunstlaufen",
wobei sich die "Kunst" beim Anfänger eher in Grenzen hält.
Laßt Euch nicht entmutigen und geniert Euch auch nicht vor den anderen Läufern. Jeder fängt mal an! Es ist wichtig
und richtig Schritt für Schritt vorzugehen um sich keine falschen Bewegungen anzugewöhnen. Unser Gehirn speichert
alle Bewegungsabläufe in Form von Mikroprogrammen (Kybernetik) ab, welche bei Bedarf abgerufen werden. Wer sich einmal eine falsche Haltung bzw. einen falschen Bewegungsablauf eingeprägt hat, benötigt doppelt so lange bis er dies wieder los wird. Viele der
Bewegungen beim Eislaufen sind mit dem Laufen auf Inlinern identisch, was aber nicht heisst, dass automatisch alle Inline-Skater korrekt
laufen. Im Gegenteil, viele Inline-Skater haben einen "schludrigen" Laufstil den sie sich zunächst abgewöhnen müssen.
Grundstellung
In der Grundstellung steht man mit auf beiden Beinen auf dem Eis. Der Kopf muss hochgehalten werden, die Augen schauen ca.
6 - 10 m voraus in Fahrtrichtung. Ein Fuß sowie die Körperachse zeigen in Fahrtrichtung, der zweite Fuss
steht um ca. 75 Grad gedreht hinter dem vorderen. Die Schulter auf Seite des vorderen Fusses zeigt leicht nach vorn.
Die Armen werden jedoch gleichmässig um je 55° (10 Minuten nach 10 Uhr) links und rechts von Körper
weggehalten. Mit dem vordern Bein geht man nun ins Knie und stösst sich mit dem hinteren Fuss entgegen der Fahrtrichtung ab.
Das vordere Bein ist das Standbein, das hintere wird zum Spielbein.
Stand- und Spielbein
Beim Schlittschuhlaufen stehen wir (fast) nie auf beiden Beinen, es sei denn wir halten mit Freunden ein Schwätzchen
an der Bande. In der Regel gleitet man auf einem Bein auf dem Eis (dies ist das Standbein) während das andere Bein
(Spielbein) den nächsten Schritt vorbereitet. Das Spielbein sollte auch nicht wild nach Außen abstehen
(wie ein Hund, der einen Baum anpisst) sondern muß so nahe wie möglich vor oder hinter dem Standbein geführt werden. Die Schuhspitze sollte dabei etwas nach Unten zeigen.
Laufschritt
Mit diesem Schritt beginnt alles. Der Laufschritt ist die einfachte Schrittfolge vorwärts zu kommen.
Allerdingsdings wollen wir nicht einfach dahinstolpern wie ein Anfänger sondern müssen unsere Bewegungen koordinieren.
Aus der Grundstellung schieben wir mit einem Bein an, welches - wie bereits oben beschrieben - hinter dem Standbein
gehalten wird. Es setzt (hoffentlich) eine Gleitberwegung ein, wobei wir darauf achten, dass das Spielbein sauber hinter
dem Standbein gehalten wird. Das Gleiten muss eine gewisse Zeit gehalten werden. Anschließend setzen wir das
Spielbein wieder eng neben das Standbein und verlagern darauf das Körpergewicht. Mit dem freiwerdenden Bein, also
das frühere Standbein, schieben wir jetzt wieder an, wobei das andere zum Standbein wird. Die Schulter muss wieder
leicht in Richtung des Standbein ausgerichtet werden. Das Standbein geht natürlich wieder ins Knie, das Spielbein
wird gestreckt. Wir laufen nur auf der äußeren Kante, so daß sich immer ein leichter Bogen ergibt. Die Schrittfolge üben wir nun solange bis wir sie ohne Nachzudenken ausführen können.
Chassé
Das Chassé ist mit die einfachste Figur, denn sie besteht nur aus 2 Schritten: ein Schritt vorwärts oder rückwärts mit
anschließendem Nachziehen des zweiten Beins auf Höhe des ersten wobei dann beide Füsse genau parallel
nebeneinander stehen müssen. Diese Schrittkombination ist neben dem Laufschritt die meist gebrauchte Schrittfolge. Man übt dies zunächst im Stehen, später im Laufen.
Eier fahren
Bei dieser Übung gleiten wir auf beiden Beinen vorwärt oder rückwärts wobei die Schuhspitzen abwechselnd
nach Außen und nach Innen gedrückt werden. Um genügend Kraft für den Vortrieb zu haben, muß
man stark in die Knie gehen. Wichtig ist, dass die Bewegung harmonisch und nicht ruckartig geschieht. Wir gleiten nur auf den Innenkanten. Diese Figur ist
leicht zu erlernen.
Haltung
Jetzt wo wir wissen, dass es ein Stand- und ein Spielbein gibt, versuchen wir eine gute Haltung zu trainieren.
Dazu schubsen wir uns mit dem Spielbein an und versuchen auf dem Standbein, welches leicht gebeugt sein muss, so lange
wie möglich zu gleiten wobei das Spielbein sauber hinter dem Fuß des Standbeins geführt werden soll.
Die Arme sind gestreckt und zeigen in einem 110° Winkel (10 Minuten nach 10 Uhr) von uns weg. Die Arm- und
Schultermuskulatur muss angespannt sein, genau so das Spielbein, welches in Fortsetzung der Rückenmuskulatur
ebenfalls unter Spannung steht. Trainiert solange bis ihr mindestens 5 m auf einem Bein gleiten könnt bevor
ihr umzukippen droht, dann 10 m, usw.
Ausgleichsgymnastik
Niemand kann stundenlang auf einem Bein gleiten ohne sich zu verkrampfen. Legt daher immer wieder mal eine Pause ein und
übt zwischendurch Chassés nach Links und nach Rechts oder macht zwischendurch einige Kniebeugen.
Storch
Das einbeinige Geradeausfahren kann man etwas schwieriger gestalten, wenn man versucht das Spielbein auf Brusthöhe
hochzuziehen. Dies trainiert das Gleichgewichtsgefühl. Versucht dabei so lange wie möglich auf einem Bein
zu gleiten. Die Haltung ist aufrecht, das Standbein ist leicht im Knie und die Arme werden wieder im 110° Winkel
nach vorn gehalten.
Bremsen
Das Gegenteil von gleiten ist bremsen, auch das will gelernt sein. Für den Anfänger reicht es, wenn er die
Pflugbremse beherrscht. Dazu grätscht ihr in der Gleitbewegung mit beiden Beine nach Außen (die Fußspitzen
zeigen nach innen) wobei ihr gleichzeitig mit den Fersen nach Außen drückt. Die Bewegung ist identisch mit
dem Schneepflug beim Skifahren und für Skifahrer sicher kein Problem.
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