Über das Training und den Erfolg

Eine Fabel zum Nachdenken

Eines Tag beschlossen die Tiere im Wald, dass sie etwas Besonderes tun wollten, um im Leben voran zu kommen. Deshalb organisierten sie eine Schule. Es gab Unterrichtsfächer wie Laufen, Bergsteigen, Schwimmen und Fliegen. Um diese Schule einfacher organisieren zu können, sollten die Tiere an allen Fächern teilnehmen.

Die initiative Ente zeigte im Schwimmunterricht eine außerordentliche Begabung, ja sie war zu ihrer Freude sogar besser als der Schwimmlehrer. Sie machte aber nur recht langsame Fortschritte beim Fliegen und war beim Lauftraining sehr schlecht. Da sie beim Laufen so schlecht war, musste sie das Schwimmen aufgeben und nachmittags länger bleiben um Wettlaufen zu trainieren. Dabei wurden ihre Schwimmhäute so stark beansprucht, dass sie beim Schwimmen nur noch durchschnittliche Ergebnisse erzielte. Aber eine durchschnittliche Leistung war durchaus akzeptabel, und so machte sich niemand größere Sorgen, außer der Ente.

Der gewissenhafte Hase war beim Laufen der Beste, bekam aber ein nervöses Zucken in seinen Beinmuskeln aufgrund des vielen Sondertrainings beim Schwimmen.

Das Eichhörnchen war außerordentlich gut im Klettern, wurde aber immer wieder entmutigt, weil sein Lehrer von ihm verlangte, dass es beim Flugunterricht vom Boden in die Höhe starten sollte, statt von den Baumwipfeln in die Tiefe zu springen. Von der Überanstrengung bekam es Muskelkater und erhielt dadurch nur noch schlechte Noten beim Klettern und Laufen.

Der Adler war ein echtes Problemkind. Im Kletterunterricht war er zwar immer der Erste der den Gipfel beklomm aber nur, weil er darauf bestand auf seine Art und Weise dorthin zu gelangen. Weil er nicht gehorchte, wurde er strengstens bestraft. Danach verlor er jede Motivation am Training.

Welche Lehre ziehen wir daraus?

Jeder ist in der ihm vertrauten Situation bzw. Umgebung am effektivsten. Das Erlernen neuer Bewegungsabläufe (siehe Kybernetik) braucht seine Zeit, vor allem weil kein Mensch mit allen Talenten gleich gut ausgestattet ist. Lernprozesse verlaufen im Alter zudem langsamer als in der Jugend. Wofür ein junger Mensch nur Tage oder Wochen braucht, benötigen Senioren oft Monate oder sogar Jahre. Nach einer wissenschaftlichen Studie des Max-Planck-Institut für experimentelle Medizin in Göttingen nimmt die Fähigkeit zum Lernen bereits ab dem 20 Lebensjahr wieder ab. Andererseits haben aber Untersuchungen in Amerika ergeben, dass Personen in der dritten Lebenphase, d.h. 60- und 70jährige fitter sind als allgemein angenommen und in der Regel auch mehr Ausdauer als Jugendliche zeigen. Daher sollte sich niemand entmutigen lassen wenn sich der gewünschte Erfolg nicht gleich einstellt.

Der Ehrgeiz mancher Trainer bzw. Funktionäre übersieht dies gelegentlich und verleitet den Aktiven damit die Freude am Sport. Zudem vergessen sie manchmal, dass sie oft selbst nicht geschafft haben, was sie von den Sportlern verlangen. Die Verbände und ihre "Strukturen" legen also nicht nur das Potential der Sportler lahm, sondern vermiesen auch oft genug den Freizeitsportlern den Spaß, weil man den Trainern das Trainingskonzept vorzuschreiben versucht. Die Anwendung pauschaler Maßnahmen führt aber selten zum Erfolg. Wir Hobbyläufer sind außerdem keine Leistungssportler, sondern wollen bei unserem Hobby entspannen und Freude an der Musik und der Bewegung haben.

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