Was versteht man unter Body Flow?

Tanzen ist eine fließende, geschmeidige Bewegung des Körpers in Harmonie zur Musik, egal ob es sich um Round-, Line- oder Square-Dance handelt (siehe Spurenbilder). Beim Tanzen wird häufig der Begriff Body-Flow für diese Art der Bewegung verwendet, welche quasi "von selbst" zu entstehen scheint. Tatsächlich aber ist meist jede Menge Übung angesagt bis die Figuren leicht und lässig (beim Break-Dance "cool") wirken. Ab einer gewissen Perfektion aber verselbständigt sich dieser Vorgang und der Tänzer bzw. Sportler wird vom Flow bis zur Höchstleistung geführt. Mihaly Csikszentmihalyi, der hat diesen Vorgang in den 70iger Jahren wissenschaftlich untersucht hat, beschreibt in seinem Buch "Flow - das Geheimnis des Glücks" wie die Faszination der Bewegung wirkt.

Bei den meisten Tänzen wird die Choreographie vom Tänzer selbständig vorgenommen und er bestimmt damit die Bewegungsfolge und deren Umsetzung zu 100% selbst. Beim Square- und Round-Dance hingegen werden die Figuren oder Tanzschritte vom Tanzleiter (Caller bzw. Cuer) choreographiert. Der Tänzer handelt also erst nach Aufforderung. Die Verantwortung eines reibungslosen, zügigen und geschmeidigen Ablaufs liegt somit vorallem beim Tanzleiter. Beim Line-Dance müssen die Bewegungen auswendig gelernt werden, denn alle Tänzer sollen sich synchron bewegen.

Probleme mit dem Body-Flow und deren Ursachen
Ein wichtiger Bestandteil einer erfolgreichen Präsentation ist das Vermeiden von abrupten Richtungsänderungen, das Beachten der korrekten Figuren- und Handfolge, beim Square Dance z.B. das rechtzeitige Aussprechen der Calls, das Zusammenspiel mit dem Rhythmus der gewählten Musik und das richtige Einschätzen des Erfahrungsniveaus der Tänzer. Es hängt insbesondere auch von der Erfahrung der Tänzer ab wie schnell sie den Anweisung des Tanzleiters folgen und wie sicher sie sich bewegen können. Freilich kann man die Figurenfolgen einer Choreographie auch vollenden wenn man auf der Tanzfläche herumhetzt oder wie ein Elefant umhertrampelt, aber das sieht dann kaum mehr ästhetisch aus. Im Gegensatz zu dieser Tanzart sind beim Lindy-Hop unerwartete Bewegungen gewollt. Solche Figuren, welche sogar asynchron zur Musik sein dürfen, erscheinen natürlich nur dann effektvoll ("geil"), wenn zwischen diesen Passagen perfekter Body-Flow gezeigt wird.

Der Pinguin-Dance und seine Tücken
Auf dem Eis gelten aber noch weitere Einschränkungen. Einen schlechten Body-Flow ergeben alle Figurenkombinationen, welche erst eine Beschleunigung und dann einen Bremsvorgang benötigen. Es gibt beim "Pinguin-Dance" nichts "Grässligeres" als ein Grand-Square, wenn man nicht weiß wie die Kufen eingesetzt werden müssen. Ausgerechnet die Figur Grand-Square scheint aber manchem Caller besonders gut zu gefallen ! Man kann zwar noch einigermaßen sicher rückwärts grätschen, z.B. mit Cross-Rolls aber derjenige der vorwärts läuft muss sein Gegenüber quasi als Rammbock benutzen, wenn er zu Stehen kommen will. Danach geht es umgekehrt weiter und die anderen haben dafür das Problem. Alle Figuren, bei welchen die Tänzer aufeinander zu fahren, sollte eine Figur folgen bei der man den Schwung abbauen kann (z.B. ein Swing). Aber nicht in allen Fällen ist der Caller verantwortlich, wenn im Square Gezerre und Geschiebe aufkommt. Die Tänzer müssen z.B wissen, wie man überhaupt ein Circle-Left auf dem Eis tanzt. Sicher nicht indem man seitlich auf den Kufen trampelt. Richtig ist: vorwärts einen Laufschritte nach links, gefolgt von einem Chassé. Dann dreht man den "Hintern" indem man auf der Kufe dreht, auch ein Mohawk ist möglich, gefolgt wieder von einem Chassé, usw. Wichtig ist auch, dass man immer den gleichen Abstand hält und sich nicht gegenseitig in die Füße zu fährt. Beim Courtesy Turn muss der Herr stets hinter der Dame bleiben, welche nach vorne läuft während der Herr rückwärts dreht. Im Gegensatz zu eckigen Bewegungen sind alle fließenden Figuren auf dem Eis optimal, z.B. "Right & left Grand" anstatt Weave-the-ring und anstelle eines Do-sa-do sollte man besser Hidee-ho tanzen um nicht ins "Outback" abzudriften. Die Füsse sollen nach Möglichkeit immer auf dem Eis bleiben, denn jedliches Herumstaken stört den Body-Flow.

Wer mehr über Body-Flow beim Square-Dance wissen möchte, kann die Abhandlung von Rudi Mennes unter http://www.square-dancing-deutsch.de nachlesen.

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